Von Hannelore Lechner Blogartikel 4 der Serie „Abnehmen ab 60“ · Aus eigener Erfahrung

Nach meiner großen Gewichtsabnahme dachte ich, das Schwierigste läge hinter mir. Stattdessen kam etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Meine Verdauung geriet regelrecht durcheinander. Blähungen, Unregelmäßigkeiten, ein Gefühl, dass im Bauch einfach nichts mehr rund lief. Warum funktioniert mein Darm nicht mehr richtig, obwohl ich doch abgenommen habe? Diese Frage hat mich eine ganze Weile beschäftigt – und dabei habe ich verstanden, wie eng Darm und Übergewicht zusammenhängen können. Ich habe viele Informationen über Darm und Übergewicht gesammelt und herausgefunden, dass einige Veränderungen in der Ernährung notwendig sind.

Dies ist der vierte Beitrag meiner Serie „Abnehmen ab 60“. Heute geht es um ein Thema, das ich anfangs völlig unterschätzt habe: meinen Bauch.

Ein Hinweis vorab

Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung, nicht als medizinische Empfehlung. Ich bin Mindset-Coachin, keine Ärztin. Verdauungsbeschwerden können viele Ursachen haben, und manche davon gehören in ärztliche Hände. Wenn Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern, sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Und wie überall in dieser Serie gilt: Was mir geholfen hat, muss nicht eins zu eins auf dich passen. Dein Körper und dein Weg dürfen anders aussehen.

Warum Darm und Übergewicht zusammenhängen

Wer sein Essen grundlegend umstellt – bei mir war es nach dem Fasten –, verändert nicht nur sein Gewicht. Auch die Bakterien in unserem Darm hatten sich über Jahre auf eine bestimmte Ernährung eingestellt. Das habe ich am eigenen Leib gespürt, lange bevor ich verstanden habe, was dahintersteckt. Wie ich schon im ersten Beitrag dieser Serie geschrieben habe, hängt unser Bauch eng mit Stoffwechsel und Immunsystem zusammen. Gerade nach so einer Veränderung lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Beim Lesen bin ich damals auch auf Tryptophan gestoßen – einen Eiweißbaustein, aus dem der Körper unter anderem Serotonin bildet, einen Botenstoff, der für Stimmung und Schlaf wichtig ist. Für mich war das eine mögliche Erklärung dafür, warum ich mich in dieser Zeit nicht nur körperlich, sondern auch seelisch angeschlagen fühlte. Bauch und Gefühlslage hängen enger zusammen, als ich früher gedacht hätte. Da wurde mir klar: Mein Bauch hatte mir über Jahre Signale gesendet, die ich schlicht überhört hatte.

Wie ich herausgefunden habe, was meinem Darm fehlte

Statt einfach weiterzumachen, hat mir eine Freundin damals einen wichtigen Anstoß gegeben: Sie riet mir, der Ursache wirklich auf den Grund zu gehen, statt die Beschwerden einfach hinzunehmen. Als Mindset-Coachin kenne ich dieses Muster gut – wir gewöhnen uns an Beschwerden, bis wir sie kaum noch bemerken. Also habe ich hingeschaut und dabei viel darüber gelernt, was mein Darm braucht, um gut zu funktionieren.

Was mir persönlich geholfen hat

Seitdem gehe ich ganz anders mit meinem Bauch um. Es waren vor allem drei Dinge: eine bewusste Ernährungsumstellung von Menge auf Qualität, Bewegung, so gut es eben geht, und das Wissen, was mein Darm überhaupt braucht. Meinem Bauch geht es seitdem spürbar besser – das ist meine ganz persönliche Erfahrung, keine Garantie, dass es bei dir genauso wirkt.

Bemerkenswert fand ich: Das half mir, obwohl ich nach wie vor in meiner Bewegung eingeschränkt bin. Bewegung ist wichtig, aber für mich war sie nicht die einzige Stellschraube. Den ersten Unterschied merkte ich nach ein paar Wochen – geduldig dranzubleiben war wichtiger als schnelle Ergebnisse.

Ganz konkret sieht das bei mir heute so aus:

  • mehr Ballaststoffe aus Gemüse und Hülsenfrüchten
  • regelmäßig fermentierte Lebensmittel wie Joghurt oder Sauerkraut
  • weniger Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel
  • ausreichend Wasser, über den Tag verteilt

Das sind keine Geheimtipps, sondern einfache Grundlagen. Vielleicht ist etwas dabei, das du ausprobieren möchtest – und wenn du gesundheitliche Beschwerden hast, am besten in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

💭 Eine Frage an dich: Wie geht es deinem Bauch eigentlich, seit sich bei dir zuletzt etwas an Gewicht, Ernährung oder Alltag verändert hat? Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuhören, statt Beschwerden einfach hinzunehmen – gerade wenn du wie ich eine größere Veränderung hinter dir hast.

Was das mit Zellgesundheit zu tun hat

Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass Darm und Übergewicht nur ein Teil des Bildes ist. Mindestens genauso spannend finde ich die Frage, wie es unseren Zellen geht – darüber schreibe ich ausführlich im nächsten Beitrag dieser Serie. Mein Eindruck: Wenn der Körper genug Energie, Baumaterial und Ruhe bekommt, um sich selbst zu pflegen, profitiert davon auch der Bauch. Für mich gehören beide Themen zusammen.

Fazit

Meinen Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist für mich ein Stück Selbstfürsorge geworden, kein Perfektionsprojekt. Kleine Schritte und etwas Geduld – das war mein Weg zurück zu einem Bauch, der einfach funktioniert. Wenn du gerade selbst viel Gewicht verloren oder deine Ernährung umgestellt hast: Hör bewusst auf deinen Bauch. Der Zusammenhang zwischen Darm und Übergewicht meldet sich oft leiser als andere Beschwerden – überhören solltest du ihn trotzdem nicht.

Und wenn du spürst, dass hinter deinem Essverhalten mehr steckt als die Frage, was auf dem Teller liegt: In einer kostenfreien 30-minütigen Minianalyse schauen wir gemeinsam, welche Muster bei dir wirken. Hier kannst du dir direkt einen Termin aussuchen.

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